spike milano

PLAIN TRUTH IS BLACK & WHITE

Month: January, 2015

Decaf Latte Xtra und eine Scheibe Classic Rock

CLASSIC ROCK

Den Begriff lernte ich 1989 in den USA kennen für THE FREE, BAD COMPANY und irgendwie alles altrockige im Radio. Hatte schon damals ein G’schmäckle. Im Lauf der Jahre hat er sich auch hier durchgesetzt. Es gibt diverse Musikmagazine, die sich schon im Titel darauf beziehen. Gemeint mit Classic Rock ist natürlich die indifferente Wohlfühlwelt von “Rockmusik” und “früher”.

Auch die nicht spezialisierte Musikpresse reitet den Trend. Wurde “Highway to Hell” bei Erscheinen im Musikexpress verrissen (ja: Django und Spike vergeben beide nie!), gilt die Band dort heute selbstredend als Classic Rock Act. Und sogar der ehedem naserümpfende Rolling Stone hat ein Special über Heavy Metal gemacht, womit ein großes Feld von CR-Acts beackert wurde, und steht ansonsten eh mit einem Bein im CR-Markt: Neil Young, Bob Dylan, Tom Petty und der Boss sind Dauercovermotive.

In den CR-Heftchen geht dann alles von THE CLASH zu IRON MAIDEN, von PINK FLOYD zu THE POLICE. Die Säulenheiligen Page und Plant und Jagger und Richards und Jimi und Janis und Jim tragen Monat für Monat, obwohl überwiegend im Ruhestand – respektive verstorben – zur Auflage der Heftchen und zum Verkauf der aufwendig gestalteten Re-Releases bei. Vinyl ist wieder schick und irgendwo finden sich immer noch ein paar Demos oder Outtakes für ein kleines Sammlerböxchen. Nach der Einführung der CD bietet sich hier die zweite große Gelegenheit zum Melken der zahlenden Kundschaft. Natürlich bin ich selber anfällig, ein englisches Blättchen hatte einst LEMMY und CAPTAIN SENSIBLE gemeinsam auf dem Cover: Kaufbefehl! Dass ich drin nix Neues zu lesen kriege? Die 4-LP-Wiederveröffentlichung im Klappcover ist ja auch nicht besser, als die Jahrzehnte alte Lieblingsplatte.

Vermutlich versickert dieses Sammlerverhalten aber spätestens mit der Generation der 70er-Kinder. Irgendwie schwer vorstellbar, dass 2035 ein MOGWAI 40th ANNIVERSARY LIMITED BLA für großes Geld erscheint.

And think of Mick Farren!

I Have a Dream: Gummibärchen sind alle!

up yours

Ach, übrigens hat EMI Publishing die Rechte an Martin Luther Kings Rede “I Have A Dream”. E! M! I! DIE RECHTE! Das filmt doch einer, das muss doch Satire sein? Heute im Angebot: “Kaktus in ‘n Po” und “Gummibärchen”.

Gummibärchen siehe oben.

Think of Mick Farren who had sunday breakfast.

Motörmax, nachgereicht

Motörmax

Ganz ehrlich, mit einem wehen Gefühl ging es hierher: im Alter halt die Krankheiten! Wundert keinen weniger als ihn. Fast ein Leben lang begleitet mich diese Band nun, nein!, dieser Mann. Früher lebensprägend, heute – man muss es aussprechen – eher unter ‘ferner liefen’. Diese Band ist natürlich nicht mehr die Band, die mein Leben verändert hat. Aber schön, dass sie noch da ist und Platten macht und live die alte Zeit wiederbelebt. Ist das ewig gestrig? Hat eben Eindruck hinterlassen, damals. Beschneidung gibt’s ja auch nur ein Mal im Leben.

Vorneweg SKEW SISKIN. Wie schon vor 20 Jahren, als meine bescheidene Beatkapelle das Vergnügen hatte, für die weitaus beeindruckendere des Chefs zu eröffnen. Und sofort wieder, man kann es nicht oft genug erwähnen: Dank an die damalige Crew von Motörhead, unglaublich nette Menschen!

THE DAMNED zu sehen, endlich!, war mir eine Herzensangelegenheit. Und angesichts der Reaktion des Berliner Publikums war ich nicht der einzige, der die mag. Toller Gig! TOLLER GIG! Der Captain bedankte sich zum Abschluss noch bei dem old fucker backstage, dass der sie einst durch sein Einspringen am Bass gerettet habe. Kürzlich gab es von Chrissie Hynde bezüglich THE PRETENDERS ähnliches zu lesen. War da nicht auch mal was mit Joan Jett? Und, klar, GIRLSCHOOL? Man gewinnt den Eindruck, wenn jemand: “Lemmy raus!” ruft, klappt ein Teil des anglo-amerikanischen Hartwurstmarktes zusammen.

Wem man vom Chef redet… MOTÖRHEAD liefern an dem Abend eine absolut solide Show ab. Der Chef ist mager, wirkt zerbrechlich, aber tatterig ist anders. Ein paar Titel sind langsamer gespielt, was soll’s? Da steht ein fast siebzigjähriger, laut eigenen sarkastischen Aussagen, Alkoholiker mit Diabetes und Herzschrittmacher und rockt die Bude! Und hat daran offensichtlich Freude. Sein Kollege Herr Campbell wird immer runder, und Kollege Dee hat gar keinen Hals mehr. Aber beide haben die physische Power, ein überwiegend aus klassischem Material bestehendes Set zur Dampfwalze werden zu lassen. Am Ende der Show ist das Publikum dann auch im besten Sinne planiert, manche sind besoffen, alle sind zufrieden.

Gut zu wissen, dass der Chef wieder gesund ist.

Screenshots From Hell: Who Loves Ya, Baby?

Kojack

Ach, ich denke gerne an die 70er: Titus vertreibt die Juden aus Jerusalem, stiehlt den Tempelschatz, baut davon das Kolosseum, wird später Kaiser und zum Ende des Jahrzehnts bricht der Vesuv aus und zerstört Pompeji. Groovy!

Etwa tausendneunhundert Jahre später hat sich das Grundprinzip wenig gewandelt, aber flächenmäßig ausgedehnt. Das moderne Rom heißt New York und dort hilft ein Glatzkopf dem Guten zum Sieg. Na, er versucht es. Der Pilotfilm und die ersten Folgen der Serie KOJAK (ja, die haben sich verschrieben, hihi!) sind bockelharte New-York-New-Cinema-Filme, die den Geist von Taxi Driver atmen. Kein Lollipop nirgends! Und bitte ohne Synchronisation anschauen. Der Pilot bezieht sich auf den Miranda Act und steht Kilometer über dem TATORT-Dummfick-Stumpfbrei, der nahezu täglich über User von Web.de, GMX und Konsorten ausgegossen wird.

Witzischkeit kennt keine Grenzen: im Abspann des Pilotfilms (es geht, wie Sie wissen, auch um Rassenvorurteile und daraus resultierende Ungerechtigkeiten, Sie haben ja eben den Miranda Act gegoogelt) kommen selbstredend erst mal alle – bis zur kleinsten Nebenrolle – weißen Darsteller, bevor die zweite Hauptrolle – farbig – genannt wird. Und Theo Kojack mit c.

Aber das, hihi!, hatten wir schon.

And remember Mick Farren. He invented sunday breakfast!

Wake Up, Little Susie, It’s Time to Burn Rome

002 Rechtsradikaler Waschtag

Waschtag bei älteren Rockenrollers sieht aber auch schnell mal rechtsradikal aus.

Hats off to Mick Farren and his sunday breakfast!

20:15 Mahlzeit

001 Mahlzeit 2015

Kuck mal, der fröhliche Spike is’ wieder da! Heute im Angebot: “Schlachtplatte” und “Gummibärle”. Wie man sehen kann: Gummibärchen sind alle…