spike milano

PLAIN TRUTH IS BLACK & WHITE

Category: Hard Rock

Angst 2.0

Blubbernde Tümpel aus Blut und Hirn, berstende Knochen zuhauf

Lächelnde Lippen zerschnitten im Staub, Leiber zu Würfeln gepresst

Willkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillko mmeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeni nmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmein emkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopfwillkommeninmeinemkopf

 

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SCREENSHOT TO END ALL SCREENSHOTS

Gröhl

The Eternal Mixtape

Eternal Mixtape

Side A: Helmut Schmidt

Side B: Philthy Animal Taylor

And it’s only Thursday…

Screenshots vrøm Norway

020 I want that shirt

I want that shirt… come on INTERNET! XXXhmpffyland?

Screenshot I’ve Been Waiting For Since 1978

Motörhead #1

Now suck on this, bitches!

And remember Mick’s advice…

No Camera’s

METALLICA MOTÖRHEAD MERCYFUL FATE TWISTED SISTER

Belgier also waren es, die im Orwelljahr den Deppenapostroph erfanden.

Opel Kadett B. In gelb. Mit schmalen schwarzen Streifen über Kotflügel und Türen. Der Auspuff kaputt, und ich hatte kaum Geld. Kein Grund, nicht nach Belgien zu fahren, um Motörhead in neuer Besetzung zu sehen. Motörhead war für mich damals so wichtig wie für andere Menschen Jesus: Halt und Stütze gegen die Widrigkeiten des Alltags. Schon die Anreise in der Nacht zum Samstag war abenteuerlich für den Jungspund: gefühlt kilometerlange Schlangen riesiger Laster, Nebel und Regen, Grenzen, fremde Länder. Ohne Internet, ohne Navi, ohne Handy. Dass ich an der französisch-belgischen Grenze von einer jungen Beamtin mit gezogener Waffe angehalten wurde… geschenkt. Es war sehr früh morgens, ich rollte in Schrittgeschwindigkeit durch die Zollstelle und ignorierte das Stop-Zeichen, weil ja niemand zu sehen war. Als junge, farbige Frau kriegt man 1984 natürlich die Kackschicht aufgebrummt. Und dann kommt dieser beschissene Deutsche und IGNORIERT EIN SIGNAL!  Sie war kaum älter als ich und filzte den Wagen bis unter die Fußmatten. Ich fand sie einfach wahnsinnig sexy.

In Poperinge verirrte ich mich auf einen Sportplatz und wurde, trotz langer Haare, deutschem Kennzeichen, zerrissener Jeans, von einem etwa vierzigjährigen – also für mich unfassbar alten – Mann auf einen Kaffee eingeladen. Er erklärte mir den Weg zum Konzertgelände und wünschte viel Spaß. 1984 in der deutschen Provinz eher unvorstellbar. Bis heute bin ich angetan von der belgischen Gastfreundschaft.

Auf dem Gelände waren lauter Metalfans, heute Mainstream, vor über 30 Jahren ein seltener Anblick. Shirts mit VENOM oder gar CELTIC FROST oder WARHAMMER zu sehen! Viel Schwarz, Jeans, Leder, lange Haare: man war unter sich. Ich lernte ein paar Berliner kennen, wir besuchten uns später gegenseitig ein paar Mal, dann verlor sich das, wie es eben läuft. Am Samstagabend gingen wir gemeinsam essen, bestellten alle Steak bei einer sprachlosen Wirtin und ließen alle den kaum angewärmten blutigen Batzen nur angekaut zurück gehen. In Wacken unvorstellbar.

H-Bomb eröffneten, ich hatte erst kürzlich ihre Platte gekauft. Als Metalfan war der Job im Plattenladen Gold wert. Danach Faithful Breath aus Deutschland, die ich irgendwie komisch fand. Ich kannte ihre Platte über die Biene (auf deutsch), also war das unter “sozialkritischer Rock” (schlimmes Etikett, siehe Franz K.) abgeheftet und plötzlich trugen sie gehörnte Helme und waren Heavy Metal. Hätte mir gefallen sollen, aber ich traute denen nicht.

Lita Ford dagegen schon, auch wenn vom Gig nix hängen blieb. Mercyful Fate hatte ich zwar auf Platte, aber das war ein Fehlkauf, ich mag bis heute dieses fistelige Horrorgehabe nicht. Also war das vermutlich die Brotzeitpause.

Baron Rojo dagegen mochte ich sehr: simpler Hardrock, erdig, ein Batzen AC/DC drin, kann man nicht viel falsch machen. Ein Jahr zuvor hatten die schon mal hier gespielt. Nach Gary Moore. Nur, um mal die damalige Popularität der Spanier zu verdeutlichen.

Danach eine amerikanische Newcomertruppe, die im Vorfeld das Lager spaltete. Vielen war die Musik zu abgehackt, zu unmelodisch, zu weit von Blues und Rock. Andere konnten die verhassten 70er-Schlaghosen des Bassers nicht nachvollziehen, wo sich doch jeder anständige Headbanger seine Jeans quasi auf die Haut malte zu der Zeit. Ein paar Wochen vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums lieferten Metallica aber tatsächlich einen beeindruckenden Gig ab und waren fast so gut -ironiefrei- wie die folgenden Twisted Sister. Nicht die auf MTV totgespielten TS, sondern noch die von Lemmy auf UK-Tour protegierten Rampensäue mit Vollgasheavyrock. “We’re not gonna take it” war gerade mal vier Wochen alt.

Danach die Offenbarung: der Chef mit neuer Combo. Man ahnte den Wandel, der sich auf Großtaten wie “Orgasmatron”, “1916” oder “Bastards” eindrucksvoll in Szene setzen sollte. Ein Jahr zuvor war das vielgehasste – zu Unrecht – Album mit dem Ex-Lizzy Gitarristen Brian Robertson erschienen. Und erst im September sollte eine “No Remorse” betitelte Sammlung von Hits erscheinen, da die Plattenfirma die Band am Ende sah. Heute gilt die Robertson-Ära als musikalisch hochwertig und jeder ZEIT- und WELT-Leser kennt den Namen Lemmy Kilmister.

Und Poperinge? Der Sound war natürlich scheiße, aber man parkte in nächster Nähe, das Wetter war sehr okay und verglichen mit industriellen Massenauftrieben wie Rock am Ring heute erlebte man entspannt ein pittoresk-dörfliches Kulturfest.

Für 35,- Mark.

Screenshots From Heaven

Father of Loud

Remember the Father of Loud James Charles “Jim” Marshall.

Say “Hi!” to Mick Farren who had invented Sunday Breakfast (very loud, too).

40 Nights, 40 Days: Fastenzeit

ChroRo40

Dieser schöne junge Mann ist Tom Reiners. Er singt, furchtlos angeklickt, das Lied von den “40 Nights, 40 Days”. In videotechnisch katastrophaler Qualität – irgendwo muss das bei mir noch ansehbar auf Mini-DV herum liegen; ja, ich hab’s gedreht, egal – aber passt halt blendend zur Fastenzeit. Also was: kein Alkohol? Keine Süßigkeiten? Kein Fleisch? Kein Sex? Alles nicht? Aus eigener Erfahrung empfiehlt sich übrigens Schlafentzug zur geistigen Entschlackung. Denn, wie die tiefentspannten Funkadelic lehrten: “Free you mind… and your ass will follow!”

As there still are some international Chroming Rose fans out there: yes, I did the clip featured above and spent the last year of the band as their keyboard player. And that’s about it. We fell apart. For further information on releases, reunions, et cetera, please go check MIEZ Records, our last label. Or find SC Wuller, he’s on Facebook. And say “Hi!” from Spike when you meet him.

 

 

Decaf Latte Xtra und eine Scheibe Classic Rock

CLASSIC ROCK

Den Begriff lernte ich 1989 in den USA kennen für THE FREE, BAD COMPANY und irgendwie alles altrockige im Radio. Hatte schon damals ein G’schmäckle. Im Lauf der Jahre hat er sich auch hier durchgesetzt. Es gibt diverse Musikmagazine, die sich schon im Titel darauf beziehen. Gemeint mit Classic Rock ist natürlich die indifferente Wohlfühlwelt von “Rockmusik” und “früher”.

Auch die nicht spezialisierte Musikpresse reitet den Trend. Wurde “Highway to Hell” bei Erscheinen im Musikexpress verrissen (ja: Django und Spike vergeben beide nie!), gilt die Band dort heute selbstredend als Classic Rock Act. Und sogar der ehedem naserümpfende Rolling Stone hat ein Special über Heavy Metal gemacht, womit ein großes Feld von CR-Acts beackert wurde, und steht ansonsten eh mit einem Bein im CR-Markt: Neil Young, Bob Dylan, Tom Petty und der Boss sind Dauercovermotive.

In den CR-Heftchen geht dann alles von THE CLASH zu IRON MAIDEN, von PINK FLOYD zu THE POLICE. Die Säulenheiligen Page und Plant und Jagger und Richards und Jimi und Janis und Jim tragen Monat für Monat, obwohl überwiegend im Ruhestand – respektive verstorben – zur Auflage der Heftchen und zum Verkauf der aufwendig gestalteten Re-Releases bei. Vinyl ist wieder schick und irgendwo finden sich immer noch ein paar Demos oder Outtakes für ein kleines Sammlerböxchen. Nach der Einführung der CD bietet sich hier die zweite große Gelegenheit zum Melken der zahlenden Kundschaft. Natürlich bin ich selber anfällig, ein englisches Blättchen hatte einst LEMMY und CAPTAIN SENSIBLE gemeinsam auf dem Cover: Kaufbefehl! Dass ich drin nix Neues zu lesen kriege? Die 4-LP-Wiederveröffentlichung im Klappcover ist ja auch nicht besser, als die Jahrzehnte alte Lieblingsplatte.

Vermutlich versickert dieses Sammlerverhalten aber spätestens mit der Generation der 70er-Kinder. Irgendwie schwer vorstellbar, dass 2035 ein MOGWAI 40th ANNIVERSARY LIMITED BLA für großes Geld erscheint.

And think of Mick Farren!

Motörmax, nachgereicht

Motörmax

Ganz ehrlich, mit einem wehen Gefühl ging es hierher: im Alter halt die Krankheiten! Wundert keinen weniger als ihn. Fast ein Leben lang begleitet mich diese Band nun, nein!, dieser Mann. Früher lebensprägend, heute – man muss es aussprechen – eher unter ‘ferner liefen’. Diese Band ist natürlich nicht mehr die Band, die mein Leben verändert hat. Aber schön, dass sie noch da ist und Platten macht und live die alte Zeit wiederbelebt. Ist das ewig gestrig? Hat eben Eindruck hinterlassen, damals. Beschneidung gibt’s ja auch nur ein Mal im Leben.

Vorneweg SKEW SISKIN. Wie schon vor 20 Jahren, als meine bescheidene Beatkapelle das Vergnügen hatte, für die weitaus beeindruckendere des Chefs zu eröffnen. Und sofort wieder, man kann es nicht oft genug erwähnen: Dank an die damalige Crew von Motörhead, unglaublich nette Menschen!

THE DAMNED zu sehen, endlich!, war mir eine Herzensangelegenheit. Und angesichts der Reaktion des Berliner Publikums war ich nicht der einzige, der die mag. Toller Gig! TOLLER GIG! Der Captain bedankte sich zum Abschluss noch bei dem old fucker backstage, dass der sie einst durch sein Einspringen am Bass gerettet habe. Kürzlich gab es von Chrissie Hynde bezüglich THE PRETENDERS ähnliches zu lesen. War da nicht auch mal was mit Joan Jett? Und, klar, GIRLSCHOOL? Man gewinnt den Eindruck, wenn jemand: “Lemmy raus!” ruft, klappt ein Teil des anglo-amerikanischen Hartwurstmarktes zusammen.

Wem man vom Chef redet… MOTÖRHEAD liefern an dem Abend eine absolut solide Show ab. Der Chef ist mager, wirkt zerbrechlich, aber tatterig ist anders. Ein paar Titel sind langsamer gespielt, was soll’s? Da steht ein fast siebzigjähriger, laut eigenen sarkastischen Aussagen, Alkoholiker mit Diabetes und Herzschrittmacher und rockt die Bude! Und hat daran offensichtlich Freude. Sein Kollege Herr Campbell wird immer runder, und Kollege Dee hat gar keinen Hals mehr. Aber beide haben die physische Power, ein überwiegend aus klassischem Material bestehendes Set zur Dampfwalze werden zu lassen. Am Ende der Show ist das Publikum dann auch im besten Sinne planiert, manche sind besoffen, alle sind zufrieden.

Gut zu wissen, dass der Chef wieder gesund ist.